Sicherheit

Teil 0 - Einleitung und Vorüberlegungen


Auf den folgenden Seiten lernen Sie, wie sichere digitale Kommunikation funktioniert, welche Programme es gibt und wie Sie diese einrichten sollten. Sie erfahren, warum Vorsicht für die Privatsphäre wichtig ist und warum Datenschutz sinnvoll sein kann.

Wozu das alles? (Privatsphäre)

„Privatsphäre“ ist heutzutage einer der absoluten Reizbegriffe, er gehört zum sicher­­heits­­bewussten Wutbürger wie der Garten­­zaun zur Laube. Kurz gesagt geht es um die Frage, in welchem Umfang man sein Leben in der Öffentlichkeit führen möchte, bzw. welches Publikum man für welchen Lebensteil wünscht.
Der Grad des Teilens persönlicher Informationen ist naturgemäß von Person zu Person höchst unter­schiedlich. Das Problem lautet also: Wie erreiche ich es, tatsächlich nur das zu Teilen, das ich auch teilen möchte? Hier soll es um die technische Antwort darauf sowie eine entsprechende Umsetzung gehen – gerade die Kommu­nikation über „neue Medien“ schafft neben neuen Möglichkeiten auch neue Risiken.

§ Recht­liche Grund­lagen

Ein Recht auf „infor­matio­nelle Selbst­bestimmung“1 gibt es in Deutsch­land nicht explizit, das heißt, es existiert kein sogenannter Artikel. Statt­dessen wird über eine Reihe von Gesetzen verteilt fest­gehalten, dass jeder Mensch ein Recht auf „freie Entfaltung der Persönlichkeit“2 sowie Schutz vor „Beein­trächti­gun­gen in seinen Per­sönlich­keits­rechten“3 besitzt.
Jeder einzelne Mensch in Deutsch­land hat also grund­sätzlich das Recht zu ent­scheiden, welche Daten er von sich preisgeben möchte, was mit diesen Daten wo passiert und in welchem Rahmen das geschehen soll.
Einschränkungen des persönlichen Daten­schutzes gibt es nur als „Verbots­prinzip mit Erlaubnis­vorbehalt“4 - zum Eingriff in Persönlichkeits­rechte ist also stets eine, im Einzelfall zu prüfende, explizite Freigabe nötig (durch Gesetz, richter­lichen Beschluss oder schrift­liche Zustimmung der Person).

Daten­schutz

Zu Hause möchten Sie vielleicht nicht, dass der neugierige Nachbar weiß, welche Filme Sie sich ansehen, was Sie mit Ihrem Partner besprechen oder wie hoch Ihr Kontostand ist. Reine Neugier ist aber nur ärgerlich, schädlich wird es, sobald dieser Nachbar aus Ihren intimen Details einen Vorteil für sich schlägt, Sie eventuell mobbt oder attackiert oder Sie sogar zu erpressen versucht. Diese Problematik wird dann umso gewichtiger, sobald die Kommunikation über elektronische Medien wie das Internet stattfindet, denn nun lässt sich wesentlich schwerer kontrollieren, wer mithört.
Für Firmen liegt eine vielfach verstärkte Problematik vor, denn mit der Preisgabe „intimer Details“ sind nicht selten Geschäftsgeheim­nisse gemeint. Dies ist nicht nur höchst unangenehm, sondern bedeutet unter Umständen auch den finanziellen Ruin. Datenschutz und -sicherheit spielt somit eine wirtschaftliche Rolle (Stichwort Industrie­­spionage).
Gesamt­­gesellschaft­­lich steht der Spagat zwischen Sicherheits­erwägungen auf der einen Seite und Überwachungsmaßnahmen auf der Anderen Seite zur Diskussion. Wie viel Kontrolle ist möglich, nötig, sinnvoll?
Eine besondere Schwierigkeit besteht, weil z.B. das Internet als Kommu­nikations­medium nicht auf Länder- und Gesetzes­grenzen achtet. Daten, die eigentlich nur von Deutschland nach Deutschland unter­wegs sind, können daher teils den (oft schnelleren) Umweg über London oder die USA nehmen.

Schutz­maßnahmen

Zunächst sei gesagt: So etwas wie die perfekte Sicherheit gibt es nicht.
Äquivalent gibt es auch keinen perfekten Datenschutz oder perfekte Persönlich­keitsrechte. Mit der Kommunikation mit anderen Menschen, ja schon mit dem Leben in einer Gesellschaft, kommt unweigerlich auch das Teilen von Informationen. Ziel ist also nicht die unknackbare Verschlüsselung, sondern sinnvolle, anwendbare Vorsichtsmaßnahmen. Die Themen in diesem kurzen Exkurs zur sicheren digitalen Kommunikation umfassen:



Quellen
    1 Begriff nach Steinmüller und Lutterbeck, 1971
    2 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Artikel 2
    3 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) Deutschland, §1, Abs.1
    4 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) Deutschland, §4 komplett

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